Krisen im Rückblick

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Krisen im Rückblick

Seit einigen Wochen beeinflusst das Coronavirus unser Leben in nie dagewesener Form und bringt starke Auswirkungen auf die Kapitalmärkte mit sich. Trotz Prognosen von Medizinern, Wirtschaftswissenschaftlern und Finanzexperten ist kaum absehbar, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird und welche langfristigen Folgen zu erwarten sind. Wohl wissend, dass jede Krise im Ursprung und ihrer Entwicklung unterschiedlich verläuft, haben wir die Entwicklung der Finanzmärkte während der letzten beiden Krisen genauer betrachtet und für Sie analysiert.
 

Analyse: Finanzkrise & Dot-Com-Krise

Jede Krise ist anders. Mit einem Vergleich ähnlicher Marktsituationen in der Vergangenheit kann man jedoch mögliche Auswirkungen und aktuelle Entwicklungen besser einordnen. Diese Erkenntnisse können uns in der aktuell schwierigen Zeit helfen, rationale, längerfristige Entscheidungen zu treffen. Wenn wir die letzten zwei großen Wirtschaftskrisen betrachten – die Dotcom-Krise (2000/01) sowie die Finanzkrise (2008/09) – können wir Erfahrungen und Maßstäbe anwenden, wie Krisen sich auf die Märkte auswirken.

In der nachfolgenden Grafik sehen Sie beispielhaft, wie sich ein Portfolio, dessen Zusammensetzung derjenigen eines VTB Invest-Portfolios der Risikostufe 6 (55% Aktienanteil) entspricht,  in der Dotcom-Krise (2000/01) sowie in der Finanzkrise (2008/09) entwickelt hat.

Dies ist eine Rückrechnung (historische Simulation) auf Basis unserer Referenzportfolios, die als Referenz und Basis für die tatsächlich investierbaren und damit investierten ETF Portfolios, die von uns verwaltet werden, dient. Bei den gewählten Darstellungen wird angenommen, dass die aktuelle Verteilung und Gewichtung der jeweiligen Indizes dieser Referenzportfolios über den gesamten Betrachtungszeitraum unverändert geblieben wären. Kosten und Gebühren sind mit 1 Prozent pro Jahr berücksichtigt. Alle Angaben in Euro.

Wertentwicklung Dotcom-KriseWertentwicklung Finanzkrise

Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Garant für zukünftige Wertentwicklungen. Alle Angaben zu Wertentwicklungen berücksichtigen Kosten und Gebühren von 1 Prozent pro Jahr.


Folgende Feststellungen können getroffen werden:

1) In beiden Fällen hat sich der Wert des Portfolios um ca. 30% reduziert – vom absoluten Höhepunkt vor der Krise bis zum absoluten Tiefpunkt. Der sehr ähnliche Wertverlust in beiden Fällen ist eher zufällig.

2) Die „Erholungszeit“ in der Dotcom-Krise betrug 6,3 Jahre und in der Finanzkrise 3,6 Jahre. Mit „Erholungszeit“ meinen wir die Zeit vom letzten Höhepunkt der Märkte, also der Höchstwert vor der Krise bis zu dem Zeitpunkt, als dieser Höchstwert wieder erreicht wurde.

Wenn man ein Portfolio mit geringerem Risiko (Portfolio 3 – geringer Aktienanteil) und eines mit hohem Risiko (Portfolio 10 – 100% Aktienteil) betrachtet, zeichnet sich folgendes Bild:
 

Übersicht Krisen

Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Garant für zukünftige Wertentwicklungen. Alle Angaben zu Wertentwicklungen berücksichtigen Kosten und Gebühren von 1 Prozent pro Jahr.


Die beiden vergangenen Krisen verdeutlichen es: Je höher das Risiko, desto höher der Wertverlust und desto länger dauerte es, bis sich die Portfolios wieder erholt haben.

Gleichzeitig zeigt sich in der folgenden Grafik, dass über einen längeren Zeitraum Portfolios mit höherem Risiko auch höhere Rendite erzielt haben.

 

Wertentwicklung der Referenzportfolios

Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Garant für zukünftige Wertentwicklungen. Alle Angaben zu Wertentwicklungen berücksichtigen Kosten und Gebühren von 1 Prozent pro Jahr.

Die Anlage in Aktien führt über längere Zeiträume zu den höchsten Erträgen, dafür muss jedoch auch ein höheres Risiko in Kauf genommen werden. Je mehr Risiko (je höher der Aktienanteil) umso eher kann es in Krisenzeiten zu Verlusten kommen.
 

Kennzahlen zum Beobachtungszeitraum

Kennzahlen im Beobachtungszeitraum

Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Garant für zukünftige Wertentwicklungen. Alle Angaben zu Wertentwicklungen berücksichtigen Kosten und Gebühren von 1 Prozent pro Jahr.


Die Zukunft bleibt ungewiss

Leider ist die obenstehende Analyse keine Garantie für eine ähnliche Entwicklung der aktuellen Situation. Bei VTB Invest nutzen wir historische Daten und Erkenntnisse als Orientierung, um aktuelle Entwicklungen nachvollziehen zu können. Wie sich die heutige Situation konkret entwickeln und inwieweit diese anders verlaufen wird als die letzten Krisen, weiß niemand.

Welche Handlungsoptionen gibt es?

Viele unserer Kunden haben diesbezüglich Fragen. Was kann ich konkret tun? Wir haben einen Beitrag dazu geschrieben, in dem die häufigsten Fragen aus der jüngsten Krise aufgegriffen werden. Informationen finden Sie hier. 

Informationen zu den Referenzportfolios

Die oben dargestellten Referenzportfolios reflektieren die aktuelle Allokation der VTB Invest Portfolios, die aus ETFs entsprechend der untenstehenden Indizes in der angegebenen Gewichtung zusammengesetzt sind.
 

Übersicht Indizes

Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Garant für zukünftige Wertentwicklungen. Alle Angaben zu Wertentwicklungen berücksichtigen Kosten und Gebühren von 1 Prozent pro Jahr.
 

Erläuterungen zu den Kennzahlen

Wichtige Kennzahlen

Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Garant für zukünftige Wertentwicklungen. Alle Angaben zu Wertentwicklungen berücksichtigen Kosten und Gebühren von 1 Prozent pro Jahr.


Die Gesamtrendite (auch: kumulative Rendite in Prozent) einer Investition ist der Gesamtbetrag, den die Investition im Laufe der Zeit gewonnen oder verloren hat, unabhängig von der Zeitspanne, in der sie getätigt wurde.

Die durchschnittliche Jahresrendite (in Prozent) ist der historische Durchschnittsbetrag, der jedes Jahr über einen bestimmten Zeitraum mit einer Investition verdient wird. Die durchschnittliche Jahresrendite wird als geometrischer Durchschnitt berechnet, um darzustellen, was ein Investor gemittelt über einen bestimmten Zeitraum verdienen würde, wenn die jährliche Rendite zusammengerechnet würde. Sie stellt nur eine Momentaufnahme der Leistung einer Investition dar und gibt den Anlegern keinen Hinweis auf deren Volatilität oder Preisschwankungen.

Die durchschnittliche jährliche Schwankungsbreite (Volatilität in Prozent) beschreibt die historischen Wertschwankungen eines Vermögenswertes im Laufe eines Jahres. Dieses Maß gibt das mit einer Investition verbundene Risikoniveau an.

Der maximale histrorische Wertverlust (in Prozent; auch in Englisch und im Fachjargon„maximum drawdown“ genannt) ist der kumulierte historische Verlust, welcher innerhalb einer Periode eingetreten wäre, wenn der Anleger zu dem Zeitpunkt eines Höchststands investiert und zum Zeitpunkt des Tiefststands veräußert hätte.