Investieren in Corona-Zeiten: Mit ruhiger Hand und klarer Linie

Investieren in Corona-Zeiten
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Investieren in Corona-Zeiten: Mit ruhiger Hand und klarer Linie

Die Corona-Pandemie hat die Welt in eine tiefe Krise gestürzt und Einzug in alle Bereiche unseres Lebens gehalten. Sie ist dauerpräsent: im Arbeitsalltag, beim Gespräch mit dem Nachbarn aus sicherer Entfernung, beim maskierten Supermarktbesuch. Und auch vor den Finanzmärkten macht die Pandemie keinen Halt. Nach drastischen Kursverlusten befinden wir uns nun seit Wochen in einem Auf und Ab, bislang mit positiver Tendenz. Wie es weitergeht? Genau weiß das keiner. Wir wagen eine vorsichtige Prognose – und zeigen mit unseren fünf Anlagetipps auf, warum es gerade in Zeiten wie diesen wichtig ist, mit ruhiger Hand und klarer Linie zu investieren.

 

Ein Blick in die Zukunft

Die Entwicklungen an den Kapitalmärkten verraten oft mehr über die Psyche der Anleger, als über realwirtschaftliche Entwicklungen. Das lässt sich in Zeiten wie den aktuellen besonders deutlich erkennen: Trotz schlechter Konjunkturprognosen zeigen sich die Anleger weltweit optimistisch und sorgten nach einer rasanten Talfahrt, die am 23. März ihren bislang tiefsten Punkt erreichte, zuletzt für beeindruckende Kursgewinne großer Leitindizes wie dem DAX oder dem S&P500.

Überstanden ist die Krise damit wohl kaum – immerhin sind die Umsatzeinbrüche vieler Branchen real und die Lebensgrundlage vieler Menschen nach wie vor bedroht. Eine weltweite Rezession scheint mittlerweile unausweichlich.  Wie schnell sich die Wirtschaft davon erholen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen ist das Ausmaß der Krise entscheidend. Derzeit geht die Bundesregierung von einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts von 6,3 Prozent aus. Zum anderen ist die Dauer des Einbruchs ein relevanter Faktor. Der Rückgang der Neuinfektionsrate sowie die ersten Lockerungsmaßnahmen machen Hoffnung auf einen Aufschwung. Doch ob weitere Lockerungen folgen können, oder ob es erneut zu Verschärfungen kommt, hängt auch davon ab, ob Kontaktverbote und Hygieneregeln weiterhin die gewünschten Effekte erzielen und für eine konstant niedrige Reproduktionsrate sorgen.  

Unsicher bleiben die Prognosen vor allem deshalb, weil noch zu wenig über die Eigenschaften des Virus, wie beispielsweise die Art der Mutationen bekannt ist und deshalb nach wie vor nicht eindeutig feststellbar ist, inwiefern sich auf eine schrittweise Immunisierung der Bevölkerung hoffen lässt. Die Entwicklung effektiver Medikamente sowie eines Impfstoffes werden einen erheblichen Einfluss auf eine positive Trendwende haben. Ab wann beides zur Verfügung steht, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch kaum abschätzen.

Gehen wir optimistisch davon aus, dass im zweiten Halbjahr 2020 eine Trendwende aufgrund von Fortschritten in der Medizin und erfolgreicher Schutzmaßnahmen zu erkennen ist. So ist dennoch nicht davon auszugehen, dass die bis dahin entstandenen Schäden bis Ende 2021 aufzuholen sind. Gründe für eine langsame und nur teilweise Erholung sind die Folgen der aktuell und weiterhin entstehenden Einkommensverluste, sektoren- und länderübergreifende Rückkopplungseffekte sowie unkoordinierte Eindämmungs- und Lockerungsmaßnahmen. Klar ist auch, dass wir einen sprunghaften, globalen Anstieg der Staatsverschuldung erleben werden.

Anlagetipps für Krisenzeiten

Wer nun also auf einen Anstieg der Zinsen in näherer Zukunft hofft, den müssen wir zumindest mit unseren Prognosen enttäuschen. Andererseits wittern viele Deutsche nach den Kurseinbrüchen im März günstige Chancen für einen Einstieg in den Kapitalmarkt. Doch auch hier ist Vorsicht geboten:  Die Prognosen für die nächsten Jahre lassen keineswegs auf konstant steigende Kurse hoffen. Auch wenn die Märkte sich langfristig aller Voraussicht nach erholen werden, sollten Anleger auf volatile Märkte gefasst sein. Deshalb legen wir allen Interessierten grundsätzlich, aber vor allem in absehbar turbulenten Zeiten folgende Anlagetipps ans Herz:

1. Die eigene Risikobereitschaft im Blick behalten

Am Kapitalmarkt gilt: Je mehr Risiko, desto höher die langfristigen Renditechancen. Wer also auf langfristig maximale Renditen hofft, muss sich bewusst sein, dass er Talfahrten erleben wird. Um verschiedenen Risikotypen gerecht zu werden, gibt es bei digitalen Vermögensverwaltungen wie VTB Invest unterschiedliche Portfolios, die sich aus Aktien- und Anleihen-ETFs zusammensetzen. Aktien gelten als risikobehafteter, aber auch als langfristig renditeversprechender. Entwicklungen der Vergangenheit bieten keine Garantie für künftige Entwicklungen. Dennoch erlaubt ein Blick in die Vergangenheit, zu verstehen, wie viel Geduld und Nerven ein Anleger mit einem bestimmten Portfolio phasenweise mit sich bringen musste, um eine Krise zu überstehen und von den langfristigen Renditen zu profitieren. Während des Kunden-Registrierungsprozesses zeigt VTB Invest die historischen Entwicklungen der verschiedenen angebotenen Portfolios, um dem Anleger die Entscheidung über ein Portfolio in der richtigen Risikostufe zu erleichtern.

Mit der Zusammenstellung oder Wahl eines Portfolios ist die Arbeit jedoch noch nicht getan. Insbesondere die in ETFs enthaltenen Aktien steigen und fallen im Kurs. Aber auch Anleihen unterliegen Kursschwankungen. Dies verändert natürlich im Lauf der Zeit die Anfangsgewichtung der einzelnen ETFs im Depot. Deshalb muss die Vermögensaufteilung in bestimmten Zeitabständen wieder an die Ursprungsgewichtung angepasst werden. Diesen Vorgang nennt man in der Finanzsprache „Rebalancing“. In einem selbst zusammengestellten Depot sollten Anleger ein solches Rebalancing regelmäßig selbst vornehmen. Die meisten digitalen Vermögensverwaltungen führen ein Rebalancing der verwalteten Portfolios für ihre Kunden durch.

2. Den eigenen Zeithorizont im Blick behalten

Wer risikobehaftet anlegt, sollte Zeit mitbringen. Denn nur mit der notwendigen Geduld lassen sich Krisen aussitzen. Wie viel Zeit notwendig sein wird, lässt sich vor oder zu Beginn einer Krise leider nicht abschätzen. Auch hier hilft ein Blick in die Vergangenheit, um zu sehen, welche Erholungszeiträume unterschiedliche Portfolios in vergangenen Krisen aufgewiesen haben. Details dazu finden Sie auch in diesem Artikel: Krisen im Rückblick

Sie sollten in jedem Fall nicht ihr gesamtes Erspartes am Kapitalmarkt anlegen. Kurzfristigen Kapitalbedarf (z.B. für Reparaturen am Haus oder Auto) sollten Sie aus Ihren nicht-risikobehafteten Reserven z.B. auf dem Tagesgeldkonto decken. So vermeiden Sie, Verluste in schlechten Marktphasen zu realisieren, indem Sie einen Teil Ihres Depots auflösen müssen.

3. Die Vorteile eines Sparplans nutzen

Die Talsohle einer Krise ist der optimale Zeitpunkt für einen Markteinstieg? Stimmt. Der Haken daran: Wann die Talsohle erreicht ist, weiß niemand. Natürlich können Sie in turbulenten Zeiten wie den aktuellen darauf hoffen, den perfekten Zeitpunkt zu erwischen. Doch meist gelingt dies nicht. Wer zu lange wartet, verpasst möglicherweise den Aufschwung und wer jetzt alles investiert, durchlebt womöglich erst noch die ein oder andere Talfahrt, bevor es wieder bergauf geht. Einer ist jedoch selbst in den turbulentesten Zeiten der Gewinner: Der Sparplanbesitzer. Geht es bergauf, freut er sich über den wachsenden Wert seines Portfolios. Geht es bergab, freut er sich hingegen über geringe Kosten beim monatlichen Wertpapierkauf. Welchen positiven Effekt ein Sparplan vor allem in Zeiten volatiler Märkte hat, lesen Sie auch hier: Mit dem Sparplan durch turbulente Zeiten

4. Nicht alles auf eine Karte setzen

Wenn man bei dem Thema Geldanlage davon spricht, dass sich die globalen Märkte langfristig bisher immer von Krisen erholt haben, dann ist vor allem eines wichtig zu betonen: Es handelt sich um die gesamtheitliche Betrachtung ganzer Branchen und Länder. Wer also global diversifiziert angelegt hat, konnte in der Vergangenheit stets eine Erholung des eigenen Portfolios miterleben. Je breiter Sie Ihr Vermögen auf unterschiedliche Branchen und Länder verteilen, desto weniger sind sie von den Schwankungen einzelner Märkte betroffen. Achten Sie deshalb auf Diversifikation bei der Zusammenstellung Ihres Portfolios oder wählen Sie eine digitale Vermögensverwaltung, die dies für Sie übernimmt.

Gerade wenn Sie keinen Anlagehorizont von mehreren Jahrzehnten mitbringen, sollten Sie keinen zu großen Anteil Ihres Vermögens am Kapitalmarkt anlegen. Auch wenn die Zinsen für Tages- und Festgeld auf einem historischen Tiefststand sind und ein Wertverlust aufgrund der Inflation verkraftet werden muss, helfen Finanzprodukte mit garantierten Zinsen dabei, zumindest einen Teil des Ersparten gegen den Wertverlust abzusichern.

5. Kurs halten

Wenn Sie sich für den Einstieg in die Kapitalmärkte entschieden, Ihr Portfolio ausgesucht und Ihren Erstanlagebetrag oder Sparplan angelegt haben, dann gilt: Kurs halten. Vor allem bei plötzlichen Kursverlusten verlieren Anleger schnell die Nerven und möchten ihr Geld aus dem Markt nehmen und ihre Sparpläne stoppen. Doch gerade in Zeiten niedriger Kurse entfaltet der Sparplan sein volles Potenzial. Und nur wenn Wertpapiere in Krisen veräußert werden, werden Verluste real. Nur wer durchhält, kann als Gewinner aus der Krise gehen.